Kirchenchor Hambrücken * Vocalitas * Coro Piccolo
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Katholischer Kirchenchor

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Alte und neue Schätze aus dem Gotteslob - Teil 9

 

In der heutigen Ausgabe unserer losen Reihe, nehmen wir uns dem Lied GL 458:   „Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt“ an.

 

 

Das heutige Lied zählt zu einem der neueren Kommunionlieder und wird oft auch als sogenannte Kommunionmeditation an der Orgel gespielt. Die Melodie stammt von Peter (Piet) Janssens, der viele Kirchenlieder komponiert hat. Der Text entspringt der Feder der beiden Pfarrer Friedrich Karl Barth und Peter Horst. Die textlichen Grundlagen bilden die Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt. Dort heißt es: „Selig seid ihr ...“ (Mt  5,1-7,29).

Durch seine eingängige Melodie ist das Lied einfach zu singen, gleichwohl hat es eine wertvolle Botschaft, die anspruchsvoll ist: Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt. Selig seid ihr, wenn ihr Lasten tragt.

Das Wort „Selig“ kommt fast ausschließlich im religiösen Sprachgebrauch vor. Dort werden Menschen als „Selig“ bezeichnet, die versuchen wie Jesus zu leben.

„Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden.“

Diese Sätze sind gewaltig und unglaublich, sollen doch Arme, Trauernde und Machtlose selig sein?! Dies trifft insofern zu, wenn man von der Wortbedeutung an die Sache herangeht. Denn im mittelhochdeutschen hat das Wort „saelec“ die Bedeutung von glücklich und heilsam.

Jesus nennt die Menschen selig bzw. glückselig, die ganz auf Gott setzen. Die sich Gottes Sache zu eigen machen. Die sich ohne Gewalt für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Ganz nach dem Vorbild Jesu, der selbst so gelebt hat. Ohne Pomp, sondern einfach. Friedvoll und ohne Macht. Es war Gott, der ihn reich und glücklich machte. Gottes immerwährende Liebe und Nähe spürte Jesus überall. Dadurch konnte er liebevoll zu anderen sein. Ein wahrer Liebhaber der Menschen eben.

Dabei kann es eine echte Herausforderung sein, sein Herz für den anderen zu öffnen. Nicht nach dem eigenen Vorteil suchen, sondern das Recht der anderen gelten lassen. Sich in die Situation des anderen hineinzudenken. Deren mögliche Belastungen sehen und zu versuchen, diese erträglicher für mein Gegenüber zu machen. Eine solche innere Haltung kann unser aller Zusammenleben verändern. Statt dem Kreisen um sich selbst, entsteht so Beziehung und Gemeinschaft. Dann beginnen Menschen wahrlich, ihr Leben mit anderen zu teilen. Das sowohl im Guten wie im Schlechtem, in ihren Sorgen und in ihrem Glück. Ein solch seliges Leben wird reicher und glücklicher, für alle; den Geber und dem Empfänger. Auch lässt sich hierin sogar Gott und seine überfließende Liebe entdecken. Eine solche Einstellung und Haltung macht selig.

Das Lied „Selig seid ihr“ ist durch seine vielen Wiederholungen sehr eingängig. Man könnte es immer weiter singen, auch über die vier bestehenden Strophen hinaus. Damit kann es zu einer Lebensmelodie für jeden Einzelnen von uns werden. Besonders schön klingt es mehrstimmig.

 

  1. Selig seid ihr,
    wenn ihr einfach lebt.
    Selig seid ihr, wenn
    ihr Lasten tragt.
  2. Selig seid ihr,
    wenn ihr lieben lernt.
    Selig seid ihr,
    wenn ihr Güte wagt.
  3. Selig seid ihr,
    wenn ihr Leiden merkt.
    Selig seid ihr,
    wenn ihr ehrlich bleibt.
  4. Selig seid ihr,
    wenn ihr Frieden macht.
    Selig seid ihr,
    wenn ihr Unrecht spürt.

 

Unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=XBA2iE-yV3k können Sie sich das Lied anhören. Leider nicht vom Kirchenchor Hambrücken, sondern von der Mädchenkantorei an der Domkirche St. Eberhard Stuttgart.

 

(Text: Steffen Riedel)

Alte und neue Schätze aus dem Gotteslob - Teil 8

 

In der heutigen Ausgabe unserer losen Reihe, nehmen wir uns dem Lied GL467:    „Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde“ an.

Dies ist ein klassischer Lobgesang, der zum Lob und Dank Gottes und des Kindes in der Krippe aufruft. Die Melodie stammt aus dem Jahre 1669 und wurde erstmals in Augsburg aufgeführt. Der Text wurde im Jahre 1697 in Straßburg verfasst und war im dortigen Gesangsbuch enthalten.

Ursprünglich als Weihnachtslied gesungen, erfuhr es im Laufe der Zeit eine Ausdehnung im Kirchenjahr. So wird es heute unter anderem auch zum Erntedank angestimmt.

Ausgangspunkt war jedoch ein Satz aus der Weihnachtsliturgie: „Es freue sich der Himmel, und die Erde frohlocke vor dem Angesicht des Herrn, denn er ist gekommen.“

Im Jahr 1963 dichtete die Theologin und Schriftstellerin Marie Luise Thurmair vier neue Strophen hinzu. In diesen neuen Strophen weitete sie die Freude auf die ganze Schöpfung Gottes aus. Somit wurde das Lied zu einem Lob- und Danklied, wie wir es heute kennen. Dabei entstammen viele Motive aus dem Psalm 148. Dieser ist detailreich und das Lied nimmt diese Vielfalt mit Freude auf.

Gerade in unserer aktuellen Zeit, in der die Pandemie die Zerrissenheit in der Gesellschaft deutlich vor Augen bringt, bietet dieses Lied im gemeinsamen Loben des Schöpfers die Überwindung alles Trennende an. Der im Text beschriene Jubel und das sich Freuen stiftet Möglichkeiten, die verbinden.

Aber über unsere alltäglichen Sorgen und Nöte hinaus, bietet dieses Lied uns jeden Tag etwas Tröstendes an. Denn nicht nur alles, was atmet, sondern alles, was existiert, soll den Herrn loben. Damit sind auch die Elemente und Gestirne und Landschaften gemeint.

Indem uns dieses Lied zum Lob des Schöpfers auffordert, lobt es eben diesen Schöpfer auch schon. Damit ist dieses Loblied auch ein Bekenntnis, denn es sagt aus, dass die Elemente und Gestirne keine Gottheiten, sondern ein Teil der Schöpfung Gott sind. Damit ist alles, was ist, ist Gottes Schöpfung. Nichts kann aus sich selbst heraus existieren. Alles verdanken wir dem einen Schöpfer. Diesen gilt es anzuerkennen.

Das Lied fasst in seiner letzten Strophe die Worte im Psalm 148,5: „Loben sollen sie den Namen des Herrn; denn er gebot, und sie waren erschaffen.“ wie folgt zusammen: „Erd, Wasser, Luft, Feuer und himmlische Flammen, ihr Menschen und Engel, stimmt alle zusammen.“

Wahrlich ein täglicher ein Grund zu Jubeln und Gottes Schöpfung zu bestaunen und zu bewahren. Gerade auch in Zeiten, in denen man von vielen dunklen Nachrichten das wahre Licht verdunkelt bekommt.

 

  1. Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde; erfreue sich alles, was fröhlich kann werden.

R:  Auf Erden hier unten, im Himmel dort oben: den gütigen Vater, den wollen wir loben.

  1. Ihr Sonnen und Monde, ihr funkelnden Sterne,ihr Räume des Alls in unendlicher Ferne: 
  2. Ihr Tiefen des Meeres, Gelaich und Gewürme,Schnee, Hagel und Regen, ihr brausenden Stürme:
  3. Ihr Wüsten und Weiden, Gebirg und Geklüfte,ihr Tiefen des Feldes, ihr Vögel der Lüfte: 
  4. Ihr Männer und Frauen, ihr Kinder und Greise,'ihr Kleinen und Großen, einfältig und weise:
  5. Erd, Wasser, Luft, Feuer und himmlische Flammen,ihr Menschen und Engel, stimmt alle zusammen:

 

Unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=LBS2lHZN2bk können Sie sich das Lied anhören. Leider nicht vom Kirchenchor Hambrücken, sondern vom Kammerchor der Mädchenkantorei St. Remigius, Borken.

 

(Text: Steffen Riedel)

 

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